Table of Contents

Zeugnisarten und Zeugniserstellung

Ein Zeugnis ist ein Qualitätsdokument, das in der Metallbranche häufig zur Bestätigung bestimmter Produkteigenschaften verwendet wird. Es enthält prüfbare Nachweise darüber, dass ein Metallprodukt (z. B. ein Rohr, Blech, Stabstahl) den technischen Anforderungen entspricht.

Erstellung von Zeugnissen

Zeugnisse können grundsätzlich über zwei Wege angelegt werden:

  • Über die Zeugnisübersicht: Öffnen Sie über die Suche "Zeugnisse" und erstellen Sie ein neues Zeugnis.
  • Über die Artikelverfolgungszeilen: Diese können aus verschiedenen Belegen aufgerufen werden (z. B. Bestellung, Verkaufsreklamation, Artikel-Buchungsblatt).

Zusätzlich können die Zeugnisse an allen Stellen mit Einsicht der Artikelverfolgungszeilen eingesehen werden.

Zeugnisübersicht

Rufen Sie die "Zeugnisse" (Liste) über die Suche auf. Hier finden Sie eine Liste über bereits angelegte und zugewiesene Zeugnisse, inkl. aller nötigen Informationen für den Überblick:

  • Grundsätzliche Informationen in der Liste zum jeweiligen Zeugnis (Zeugnis-Nr., Art, etc.)
  • Zeugniszuweisung (Chargen, Artikeln, Varianten)
  • Zeugnisdaten (Serien-/Chargennr.: Chemische/Mechanische Istwerte)
  • unitop DropZone
Hinweis

Zeugnisse müssen immer einer jeweiligen Charge zugeordnet werden.

Ausgehend von der Liste "Zeugnisse" können Sie mit einem Klick auf die Nr. das entsprechende Zeugnis aufrufen.


Zeugnisarten

In unitop werden zwei Zeugnisarten unterschieden:

Durchlauf-Zeugnis

Bei dieser Zeugnisart wird Material zusammen mit einem Zeugnis empfangen. Dieses Zeugnis wird beim Artikel zu der entsprechenden Chargen- oder Seriennummer hinterlegt.

Typische Anwendung:

  • Weitergabe von Materialien mit Herstellerzeugnissen
  • Kein eigener Prüfaufwand erforderlich
  • Zeugnis wird als PDF-Datei hinterlegt

Erweitertes Zeugnis (Verwaltung von chemischen/mechanischen Eigenschaften)

Die chemischen und mechanischen Eigenschaften des Materials werden gemessen und als Istwerte eingegeben. Diese Werte werden gegen die Sollvorgaben eines Artikels geprüft. Daraus kann im Nachgang ein eigenes Werkzeugnis als Beleg generiert werden.

Typische Anwendung:

  • Durchführung eigener Prüfungen
  • Erfassung von Messwerten und Prüfergebnissen
  • Automatische Validierung gegen Sollvorgaben

Durchlauf-Zeugnis erstellen

So erstellen Sie ein Durchlauf-Zeugnis:

  1. Öffnen Sie über die Suche "Zeugnisse".

  2. Wählen Sie "Neu".

  3. Ergänzen Sie im Register "Allgemein" alle relevanten Informationen.

  4. Wählen Sie im Feld "Art" die Option "Durchlauf".

  5. Legen Sie in der unitop DropZone die gelieferten Zeugnisse und Dokumente ab.

  6. Wählen Sie im Menüband "Aktionen".

  7. Klicken Sie auf "Chargennr./Seriennr. hinzufügen".

  8. Weisen Sie zwingend eine Serien- oder Chargennr. zu.

Ergebnis: Das Durchlauf-Zeugnis ist erstellt und der Charge/Seriennummer zugewiesen. Die PDF-Datei kann beim Versand automatisch mitgesendet werden.


Erweitertes Zeugnis erstellen

So erstellen Sie ein erweitertes Zeugnis:

  1. Öffnen Sie über die Suche "Zeugnisse".

  2. Wählen Sie "Neu".

  3. Ergänzen Sie im Register "Allgemein" alle relevanten Informationen.

  4. Wählen Sie im Feld "Art" die Option "Erweitert".

  5. Wählen Sie im Menüband "Aktionen".

  6. Klicken Sie auf "Chargennr./Seriennr. hinzufügen".

  7. Weisen Sie eine Serien- oder Chargennr. zu.

[!NOTE] Beim Zuweisen einer Charge/Seriennummer werden automatisch die hinterlegten Sollvorgaben geladen, falls diese für den Artikel oder die Güte eingerichtet sind.

Zeugnisdaten erfassen

In der Zeugniskarte finden Sie die Zeugnisdaten (Zeilen). Hier sind die entsprechenden chemischen/mechanischen Vorgaben zu finden oder Zeugniswerte manuell zu definieren.

Dabei gilt:

  • Min.-/Max.-Werte sind nicht bearbeitbar, sie stammen aus der hinterlegten Sollvorgabe.
  • Istwerte können nur bearbeitet werden, wenn der Erfassungsstatus auf "Bearbeitung" steht.
  • Sie können weitere Werte manuell hinzufügen, z. B. wenn der Aussteller zusätzliche Prüfwerte angegeben hat.
  • Diese erhalten das Kennzeichen "Manuell erfasst".
  • Manuell erfasste Werte haben keine Min.-/Max.-Grenzen und werden nicht automatisch geprüft.
Tipp

Manuell erfasste Werte sind nützlich, wenn: + der Lieferant zusätzliche Kennwerte angibt (z. B. Oberflächenrauheit, Kerbschlagarbeit), + oder Prüfdaten dokumentiert werden sollen, die nicht güterelevant, aber für den Kunden oder interne Zwecke wichtig sind.

Warnung

Manuell erfasste Werte ersetzen keine Pflichtfelder, für die Güteprüfung sind weiterhin die zugewiesenen Sollvorgaben ausschlaggebend.


Soll-Ist-Abgleich im Zeugnis

Der Soll-Ist-Abgleich ist ein zentrales Element der erweiterten Zeugnisverwaltung. Er stellt sicher, dass alle gemessenen Werte innerhalb der definierten Toleranzgrenzen liegen.

Validierung während der Erfassung

Während der Dateneingabe werden die Istwerte automatisch gegen die Min.-/Max.-Werte geprüft:

  • Grüne Markierung: Der Istwert liegt innerhalb des zulässigen Bereichs.
  • Rote Markierung: Der Istwert liegt außerhalb des zulässigen Bereichs.

Diese visuelle Rückmeldung ermöglicht eine sofortige Erkennung von Abweichungen bereits während der Erfassung.

Prüfung der Istwerte

So führen Sie eine vollständige Prüfung durch:

  1. Öffnen Sie das erweiterte Zeugnis.

  2. Stellen Sie sicher, dass alle Istwerte erfasst sind.

  3. Wählen Sie im Register "Allgemein" im Feld "Erfassungsstatus" die Option "Abgeschlossen".

  4. Das System führt automatisch eine vollständige Validierung durch.

Prüfungsergebnis

Für jede Zeile im Zeugnis wird überprüft, ob der Istwert im zulässigen Bereich liegt. Das Ergebnis wird farblich dargestellt:

  • Grün (OK): Der Istwert liegt innerhalb des zulässigen Bereichs.
  • Rot (Nicht OK): Der Istwert liegt außerhalb des zulässigen Bereichs.

Prüfungsstatus im Zeugniskopf

Basierend auf den Prüfergebnissen wird der Prüfungsstatus im Zeugniskopf automatisch gesetzt:

  • Erfolgreich (grün): Alle Werte liegen innerhalb der Toleranzen.
  • Fehlgeschlagen (rot): Mindestens ein Wert liegt außerhalb der Toleranzen.

Nach der Prüfung wird der Erfassungsstatus auf "Abgeschlossen" gesetzt, wodurch weitere Änderungen an den Zeugniswerten verhindert werden.


Zeugnis abschließen

Die Funktion "Abschließen" initiiert eine vollständige Validierung aller erfassten Istwerte gegen die definierten Min.-/Max.-Werte.

So schließen Sie ein Zeugnis ab:

  1. Öffnen Sie das erweiterte Zeugnis.

  2. Stellen Sie sicher, dass alle erforderlichen Istwerte erfasst sind.

  3. Wählen Sie im Menüband "Aktionen".

  4. Klicken Sie auf "Abschließen".

  5. Das System führt die Prüfung durch und setzt den Prüfungsstatus.

Ergebnis:

  • Der Erfassungsstatus wird auf "Abgeschlossen" gesetzt.
  • Der Prüfungsstatus zeigt "Erfolgreich" oder "Fehlgeschlagen".
  • Die Zeugniswerte sind schreibgeschützt.

Zeugnis zurücksetzen

Wenn Sie das Zeugnis zurücksetzen möchten, z. B., um Änderungen vorzunehmen:

So setzen Sie ein Zeugnis zurück:

  1. Öffnen Sie das entsprechende Zeugnis.

  2. Wählen Sie im Menüband "Aktionen".

  3. Klicken Sie auf "Zurücksetzen".

  4. Der Erfassungsstatus und der Prüfungsstatus werden auf den Ausgangszustand zurückgesetzt.

  5. Alle Prüfungsresultate und Markierungen werden gelöscht.

Ergebnis: Sie können die Daten erneut eingeben oder überprüfen.


Zusatzfunktionen und Informationsboxen

Zeugniszuweisung

In der Informationsbox eines Zeugnisses können Sie die Zeugniszuweisung für die "Seriennr./Chargennr." einsehen und weitere Chargen oder Seriennummern dem Zeugnis zuweisen.

Zeugnisvorschau

In der Zeugniskarte zeigt eine weitere Informationsbox die Vorschauansicht des Zeugnisses an:

  • Sie können das Zeugnis direkt als PDF- oder Bilddatei anzeigen lassen.
  • Über die unitop DropZone können Sie die fertige Zeugnisdatei einfach per Drag-and-Drop hinzufügen.