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Komplett-Kommissionierung
Mit der Funktion "Komplett-Kommissionierung" stellt unitop LVS sicher, dass Kommissionierungsbelege ausschließlich dann angelegt werden, wenn sämtliche Artikel eines Warenausgangs in der benötigten Menge auf kommissionierfähigen Lagerplätzen verfügbar sind. Die Funktion wirkt gleichermaßen bei der manuellen Belegerzeugung und bei der automatischen Verarbeitung über die Aufgabenwarteschlange.
Der Business Central Standard bietet die Möglichkeit, Teil- oder Komplettlieferungen pro Position zu steuern. Diese Einstellung verhindert jedoch keine vorzeitige Kommissionierung – sie blockiert lediglich die anschließende Warenausgangsbuchung und greift zudem nur auf Positionsebene, nicht für den Warenausgangsbeleg als Ganzes.
Ziel der Funktion ist eine gebündelte Kommissionierung mit unmittelbarem Versand. Logistischer Aufwand, der durch Teilkommissionierungen und nachträgliche Ergänzungen entsteht, wird so zuverlässig vermieden.
Typische Ursachen für eingeschränkte Kommissionierbarkeit sind:
- Unzureichender Lagerbestand am Lagerort
- Bestand auf Lagerplätzen mit einer nicht kommissionierfähigen Lagerplatzart (z. B. WE, WA, Montage, Produktion)
- Gesperrte Lagerplätze oder Lagerplatzinhalte
- Bestehende Reservierungen
Einrichtung im Lagerort
Öffnen Sie über die Suche "Lagerorte" den betreffenden Lagerortdatensatz. Im Register "Lagerplatz" steht das Feld "Komplett-Kommissionierung" zur Verfügung.
| Feld | Tooltip/Erklärung | Optionen |
|---|---|---|
| Komplett-Kommissionierung | Stellt sicher, dass Kommissionierungsbelege ausschließlich erzeugt werden, wenn alle Artikel des Warenausgangs vollständig auf kommissionierfähigen Lagerplätzen verfügbar sind. | Ja / Nein |

Hinweis
Das Feld "Komplett-Kommissionierung" ist nur editierbar, wenn die Option "Gesteuerte Einlag. und Kommiss." aktiviert ist. Wird diese Einrichtung nachträglich deaktiviert, setzt das System das Feld automatisch zurück.
Hinweis
Das BC-Standardfeld "Komm.-Zeilen immer erstellen" ist inhaltlich konträr zur Funktion "Komplett-Kommissionierung". Beide Felder schließen sich gegenseitig aus – es kann jeweils nur eines der beiden Felder aktiv sein.
Warenausgang
Bei der Anlage eines Warenausgangsbelegs wird das Kennzeichen "Komplett-Kommissionierung" automatisch aus dem Lagerort übernommen. Eine manuelle Übersteuerung ist in der Karte möglich, sofern die zugrunde liegende Einstellung im Lagerort "Gesteuerte Einlag. und Kommiss." = Ja ausweist. Das Feld ist standardmäßig ausgeblendet und kann sowohl in der Übersicht als auch in der Karte eingeblendet werden.
Ergänzend steht das Feld "Kommissionierung vorhanden" als FlowField (eine automatische Auswertung, die immer den aktuellen Stand anzeigt) bereit. Es zeigt jederzeit den aktuellen Bearbeitungsstand an und ermöglicht einen direkten Absprung in den zugehörigen Kommissionierungsbeleg.

Hinweis
Das Kennzeichen kann jederzeit manuell deaktiviert werden. Ist der Warenausgangsbeleg jedoch bereits vorhanden, führt das System beim erneuten Aktivieren eine zusätzliche Prüfung durch:
- Liegen noch offene Kommissionierungsarbeiten vor?
- Gibt es bereits kommissionierte, aber noch nicht versendete Artikel ("Menge zu liefern" > 0 in Warenausgangspositionen)?
Beide Bedingungen verhindern die Aktivierung, um Inkonsistenzen im laufenden Prozess auszuschließen.
Kommissionierung manuell erstellen
Ausgangslage: Alle Artikel verfügbar
Sind alle benötigten Artikel auf kommissionierfähigen Lagerplätzen vorhanden, erstellen Sie die Kommissionierung wie folgt:
Öffnen Sie über die Suche "Warenausgänge" den betreffenden Beleg.
Wählen Sie im Menüband "Start" den Punkt "Kommissionierung erstellen".
Das System überführt den Lagerbeleg in einen oder mehrere Logistikbelege. Sind die benötigten Artikel auf unterschiedliche Lagerzonen verteilt und ist in der Einrichtung die Aufteilung auf separate Kommissionierungsbelege vorgesehen, werden entsprechend mehrere Komm.-Belege angelegt.
Ausgangslage: Artikel nur teilweise verfügbar
Ist die benötigte Menge eines Artikels nicht vollständig verfügbar und das Kennzeichen "Komplett-Kommissionierung" aktiv, unterbricht das System die Belegerzeugung.
- Öffnen Sie über die Suche "Warenausgänge" den betreffenden Beleg.
- Wählen Sie im Menüband "Start" den Punkt "Kommissionierung erstellen".
Das System gibt eine entsprechende Fehlermeldung aus. Es wird kein Logistikbeleg erzeugt. Die Kommissionierung ist erst dann möglich, wenn alle Artikel in der geforderten Menge auf kommissionierfähigen Lagerplätzen verfügbar sind.
Tipp
Soll die Kommissionierung dennoch für den aktuell verfügbaren Anteil erzeugt werden, deaktivieren Sie das Kennzeichen "Komplett-Kommissionierung" im Warenausgang. Anschließend lässt sich der verfügbare Anteil ohne Einschränkung kommissionieren.
Kommissionierungserstellung per Aufgabenwarteschlange
Bei der automatischen Ausführung über die Aufgabenwarteschlange (Report 5059570 bzw. 5059573) gilt folgende Steuerungslogik:

- "Komplett-Kommissionierung" = Nein: Das bisherige Verhalten bleibt unverändert. Verfügbare Artikel werden wie gewohnt kommissioniert.
- "Komplett-Kommissionierung" = Ja: unitop LVS prüft – analog zur manuellen Vorgehensweise, ob alle Inhalte des Lagerbelegs vollständig und lückenlos in einen Logistikbeleg überführt werden können.
Tipp
Der Leitstand kann das Kennzeichen "Komplett-Kommissionierung" eines Warenausgangs jederzeit deaktivieren, um gezielt eine Teilkommissionierung anzustoßen.
Beispiel 1: Alle Artikel verfügbar
Alle Artikel beider Warenausgänge sind vollständig auf kommissionierfähigen Lagerplätzen vorhanden. Die Aufgabenwarteschlange überführt beide Warenausgänge automatisch und ohne Unterbrechung in Logistikbelege.
Beispiel 2: Artikel nur teilweise verfügbar
Da nicht alle benötigten Artikel in ausreichender Menge verfügbar sind, wird "WA-1000001" aufgrund der aktiven Einstellung "Komplett-Kommissionierung" nicht in einen Kommissionierungsbeleg überführt. Nach Deaktivierung des Kennzeichens wäre eine Teilkommissionierung für den verfügbaren Anteil möglich.
Beispiel 3: Mehrere Quell-Lagerplätze – Alle Artikel verfügbar
Die benötigten Artikel verteilen sich auf mehrere Quell-Lagerplätze. Da alle Artikel vollständig verfügbar sind, überführt die Aufgabenwarteschlange beide Warenausgänge automatisch in Logistikbelege.
Beispiel 4: Mehrere Quell-Lagerplätze – Artikel nur teilweise verfügbar
Trotz der Verteilung auf mehrere Quell-Lagerplätze ist die geforderte Menge nicht vollständig verfügbar. "WA-1000001" wird aufgrund der aktiven Einstellung "Komplett-Kommissionierung" nicht verarbeitet. Nach Deaktivierung des Kennzeichens ist eine Teilkommissionierung möglich.
Beispiel 5: Gebindeanbruch – Alle Artikel verfügbar
Auch unter Berücksichtigung eines Gebindeanbruchs ist die benötigte Menge vollständig auf kommissionierfähigen Lagerplätzen vorhanden. Beide Warenausgänge werden automatisch durch die Aufgabenwarteschlange verarbeitet.
Beispiel 6: Gebindeanbruch – Artikel nur teilweise verfügbar
Der Gebindeanbruch führt dazu, dass die benötigte Menge nicht vollständig verfügbar ist. "WA-1000001" wird aufgrund der aktiven Einstellung "Komplett-Kommissionierung" nicht in eine Kommissionierung überführt. Nach Deaktivierung des Kennzeichens ist eine Teilkommissionierung für den verfügbaren Anteil möglich.
Beispiel 7: Mit Auftragsmontage – Alle Artikel verfügbar
Die Warenausgänge enthalten Positionen mit Auftragsmontage. Alle benötigten Artikel, einschließlich der Montageartikel, sind vollständig verfügbar. Beide Warenausgänge werden automatisch durch die Aufgabenwarteschlange in Logistikbelege überführt.
Beispiel 8: Mit Auftragsmontage – Artikel nur teilweise verfügbar
Aufgrund unvollständiger Verfügbarkeit bei Artikeln mit Auftragsmontage kann "WA-1000011" nicht verarbeitet werden. Das Kennzeichen "Komplett-Kommissionierung" verhindert die Teilüberführung. Nach Deaktivierung des Kennzeichens ist eine Kommissionierung für den verfügbaren Anteil möglich.