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Alternativer ISO-Ländercode für Artikel-Ursprungsländer

Mit dieser Funktionalität können Sie für Artikel-Ursprungsländer alternative ISO-Ländercodes hinterlegen. Dies ermöglicht eine differenzierte Handhabung von Ländercodes für unterschiedliche Prozesse im System. Diese Lösung stellt sicher, dass unflexible Zollprogramme weiterhin das Feld "ISO-Code" nutzen können, während Versandaufträge mit dem korrekten Wert aus "ISO-Code Versandauftrag" erzeugt werden.

ISO-Code Versandauftrag in der Liste "Längder/Regionen"


Hintergrund

Einige Artikel, insbesondere Stahlerzeugnisse, erfordern die Angabe der Region innerhalb eines Landes als Pflichtangabe im Zollprozess. Diese Anforderung führt zu einer spezifischen Herausforderung:

  • Zollprozess: Benötigt die Kombination aus Ursprungsland und Region (z. B. "DE-09" für Bayern)
  • Versandprozess: Benötigt nur den Standard-ISO-Code des Ursprungslandes (z. B. "DE" für Deutschland)

Das Problem entsteht, weil Zoll- und Versandprogramme meist nur das einzelne Feld „ISO-Code" aus der Tabelle "Länder/Regionen" auslesen. Da diese Programme oft unflexibel sind und keine Einrichtung für einen Feldwechsel bieten, würde die Verwendung regionsspezifischer Codes (z. B. „BY" für Bayern) zu Fehlermeldungen im Versandprozess führte.

Beispiel einer Fehlermeldung bei ShipXpert: Invalid or missing product origin country code for product ... (Error 128049)

Auswirkungen auf bestehende Prozesse:

  • Zollprozess: Keine Änderung, nutzt weiterhin „ISO-Code"
  • Versandprozess: Nutzt "ISO-Code Versandauftrag" mit Fallback auf "ISO-Code"
  • Artikelstammdaten: Keine Änderung erforderlich
  • Herkunftsbelege: Keine Änderung erforderlich

Bisherige Einrichtung

In gängigen Projekten wurden bisher meistens folgende Einrichtungen verwendet:

  • Debitoren und Kreditoren erhielten Standard-ISO-Codes (z. B. "DE")
  • Artikel erhielten regionsspezifische Codes (z. B. "DE-09" oder "BY")

Beispiel gängigste Einrichtung in Projekten:
Beispiel gängigste Einrichtung in Projekten

Beispiel einer Kundenprojekt-Einrichtung:
Beispiel einer Kundenprojekt-Einrichtung

Diese Einrichtung ermöglichte zwar die korrekte Zollabwicklung, führte jedoch zu Problemen bei der Versandabwicklung.


Einrichtung

Schritt 1: Länder/Regionen konfigurieren

  1. Öffnen Sie die Liste "Länder/Regionen" über die Suche und wählen Sie das gewünschte Land bzw. die Region aus, für die Sie einen alternativen ISO-Code hinterlegen möchten.

  2. Füllen Sie das Feld "ISO-Code Versandauftrag" mit dem gewünschten Wert. Das Feld gibt einen in ISO 3166-1 definierten Ländercode mit zwei Buchstaben an. Einige Artikel, meist Stahlerzeugnisse, erfordern eine Unterscheidung der Definition des Ursprungslandes zwischen Zoll (Ursprungsland + Region) und Versand (nur Ursprungsland):

    • Wenn das Feld "ISO-Code Versandauftrag" gefüllt ist, wird dieser Wert bei der Erzeugung von Packstückinhalten in Versandaufträgen verwendet.
    • Wenn das Feld leer ist, wird automatisch der Wert aus dem Feld "ISO-Code" übernommen (Fallback-Mechanismus).
    • Der ermittelte Wert wird an ShipXpert übertragen.

    Verschiedene Artikelkarten mit Ländercodeauswahl

  3. Anschließend werden diese Artikel in einem Herkunftsbeleg genutzt und an einen Versandauftrag übergeben.

    Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern oder die Zoom-Funktion (Strg und +) zu nutzen.

Schritt 2: Artikel konfigurieren

  1. Öffnen Sie die Artikelkarte des gewünschten Artikels.

  2. Im Bereich "Inhalte" im Feld "Ursprungsländercode" finden Sie den entsprechenden Länder-/Regionscode.

    • Bei Übertragung wird dieser in "ISO-Code Versandauftrag" bzw. "ISO-Code" übersetzt. Zu sehen ist das Ergebnis bspw. im "Webdienst Protokoll".
    • Für Artikel mit Zollanforderungen: Wählen Sie den regionsspezifischen Code (z. B. „BY" für Bayern)
    • Für Standardartikel: Wählen Sie den Ländercode (z. B. "DE" für Deutschland)
  3. Speichern Sie die Änderungen.


Anwendung im Versandprozess

  1. Herkunftsbeleg erstellen: Erstellen Sie einen Verkaufsauftrag, Warenausgang oder anderen Herkunftsbeleg mit den konfigurierten Artikeln.

  2. Versandauftrag erzeugen: Übergeben Sie den Herkunftsbeleg an einen Versandauftrag.

  3. Automatische Übersetzung: Das System übersetzt automatisch den "Ursprungsländercode" des Artikels:

    • Wenn für den zugewiesenen Ländercode ein „ISO-Code Versandauftrag" hinterlegt ist, wird dieser verwendet.
    • Wenn kein "ISO-Code Versandauftrag" hinterlegt ist, wird der "ISO-Code" verwendet.
  4. Übertragung an ShipXpert: Der ermittelte Code wird bei der Übertragung an ShipXpert verwendet.


Überprüfung

Sie können das Ergebnis der Übersetzung im "Webdienst Protokoll" nachvollziehen:

  1. Öffnen Sie das "Webdienst Protokoll" über die Suche.

  2. Suchen Sie den entsprechenden Versandauftrag und wählen "Webdienst Anfragen Protokoll".

  3. Prüfen Sie den übertragenen ISO-Code im Protokoll.

Wichtige Hinweise

Wichtig

Die Pflege der alternativen ISO-Codes sollte in Abstimmung mit den Anforderungen der jeweiligen Versanddienstleister erfolgen.

Hinweis

Änderungen an den Einstellungen wirken sich auf alle zukünftigen Versandaufträge aus, bei denen das betroffene Ursprungsland verwendet wird.

Tipp

Für Projekte ohne Unterscheidung zwischen Zoll- und Versand-ISO-Codes kann das Feld "ISO-Code Versandauftrag" leer gelassen werden. Das System nutzt dann automatisch den Wert aus "ISO-Code".