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Prüfungsprozesse
Erstellung einer Wareneingangsprüfung
Ist die Prüfung für einen Artikel/einen Kreditoren notwendig (siehe Einrichtung Prüfplanzuordnung) und ist an dem verwendeten Lagerort einer Einkaufsbestellung ein QS-Lagerort hinterlegt, wird bei Buchung des Wareneingang eine Prüfung erstellt. Der exakte Zeitpunkt wird dabei über die logistische Einstellung am Lagerort definiert.
| Feldbeschreibung | Erläuterung |
|---|---|
| ohne logistische Ausprägung | nach Buchung der Lieferung aus der Bestellung |
| mit "Wareneingang notwendig" | nach der Buchung des Wareneingangs |
| nur "Einlagerung notwendig" | nach der Buchung der Lagereinlagerung |
Im Cargoprozess wird der QS-Prozess am Ende des tatsächlichen Wareneingangs in Ihr Ziellager durchgeführt. Bei Buchung auf Schiff oder Flugzeug wird noch keine QS-Prüfung erstellt werden. Ist die Umlagerungsroute von Schiff/Flugzeug auf das Hauptlager als "Prüfpflichtig" gekennzeichnet, wird nach der Wareneingangsbuchung, die sich auf den Cargo Umlagerungsauftrag bezieht, die Prüfung erstellt. Der im Folgenden beschriebenen Prüfungsprozess erfolgt danach wie beim normalen Wareneingang aus Bestellung.
In Abhängigkeit von der Belegmenge wird gemäß des hinterlegten Prüfloses eine Prüfung erstellt. Gleichzeitig wurde die gesamte Artikelmenge vorübergehend auf den hinterlegten QS-Lagerort umgelagert.
Je nach Einrichtung des Feldes "Aktion bei neuer Wareneingangsprüfung" in der Qualitätssicherung Einrichtung wird nach Erstellung der Prüfung ein entsprechender Hinweis ausgegeben und/oder ein Prüfungsdokument gedruckt, was dann z. B. mit der zu prüfenden Ware in den Prüfbereich gegeben werden kann.
Erstellung einer Fertigungsprüfung
Ist in der Fertigung die Prüfung für einen Artikel / einen Arbeitsplatz/eine Arbeitsplatzgruppe notwendig (siehe Einrichtung Arbeitspläne mit Qualitätsprüfung), wird an den entsprechenden Stellen in der Fertigungsabwicklung eine Prüfung erstellt.
Freigegebener Fertigungsauftrag
Fertigungsaufträge gehören zu den Microsoft Standard Funktionalitäten und werden durch unsere Extension Erweiterte Fertigungsplanung erweitert: Erweiterte Fertigungsplanung Dokumentation.
Bei dem entsprechenden Arbeitsplan kann der dazugehörige Fortschritt eingesehen werden. Die Prüfplannr. und das Prüflos sind zu diesem Zeitpunkt noch änderbar, werden jedoch gemäß den Stammdaten vorbelegt. Beispielsweise hat ein Artikel als ersten Arbeitsgang Montage hinterlegt, danach steht eine Qualitätsprüfung an.
Über das "Produktions Buch.-Blatt" meldet ein Anwender für die Montage die fertiggemeldete Menge und bucht die entsprechenden Zeiten. Ist der nächste Schritt die QS-Prüfung, wird jetzt automatisch anhand des Prüfplans und "Prüflos" eine Prüfung für den Artikel angelegt. Aus den Zeilen des Fertigungsauftrags ist diese aufrufbar. In der Karte des Arbeitsplans ist zusätzlich eine Infobox ("Qualitätssicherung") eingebunden, welche die Anzahl der erstellten Prüfungen, Prüfentscheidungen und gebuchten Mengen aus der Prüfung anzeigt.
Hinweis
Es ist möglich, Teilmengen in die Prüfung zu geben. Wird z. B. aus der Montageabteilung eine Teilmenge fertiggemeldet, wird für diese Teilmenge eine Prüfung erstellt. Wird im Anschluss die nächste Teilmenge aus der Montageabteilung fertig gemeldet, wird dafür erneut eine Prüfung erstellt.
Prüfung durchführen
Unabhängig von dem Auslöser der QS-Prüfung (Fertigung oder Wareneingang) wird eine Prüfung erstellt. In diesem Beleg finden sich Informationen zu dem ursprünglichen Herkunftsbeleg (Bestellung oder Fertigungsauftrag), sowie bei Wareneingangsprüfung dem im Hintergrund angelegten Umlagerungsauftrag. Außerdem ist erkennbar, welcher Prüfplan zugrunde liegt, sowie die resultierende Stichprobe. Je Menge, für die eine Prüfung notwendig ist, sind im unteren Bereich der Prüfungsmaske separate Zeilen ersichtlich. Ebenso werden die Prüfmerkmale aus dem zu Grunde liegenden Prüfplan angezeigt.
Die Prüfung wird über einen Status verwaltet. Bei Erstellung ist die Prüfung standardmäßig auf "Freigegeben", kann aber auf offen zurückgesetzt werden, wenn z. B. ein anderer Prüfplan oder Prüflos ausgewählt werden soll. Die Änderung des Status kann über Statusposten nachverfolgt werden.
Umlagerungsauftrag für Wareneingangsprüfung
Parallel mit Erstellung der Prüfung im Wareneingang wird automatisch ein Umlagerungsauftrag angelegt. Der Umlagerungsauftrag wird angelegt mit dem QS-Lagerort als "Von Lagerort" und dem ursprünglichen Ziellagerort des Belegs als "Nach Lagerort". In den Zeilen des Umlagerungsauftrags ist die Verknüpfung zur Prüfung zu erkennen und der aktuelle Status wird angezeigt. Es ist nicht möglich, diese Umlagerungsaufträge manuell unabhängig von der Prüfung zu buchen. Es wird ein Umlagerungsauftrag angelegt für den gesamten Ursprungsbeleg.
Über die Menüstruktur in der Subpage des Umlagerungsauftrags (Zeile/Prüfung/Prüfentscheidung) können die Prüfentscheidungen aus der Prüfung aufgerufen werden. Werden im Verlauf der Prüfung unterschiedliche Prüfergebnisse erfasst, werden an dieser Stelle die Zeilen gesplittet, auch wenn im Umlagerungsauftrag die eine Hauptzeile mit der Gesamtmenge stehen bleibt.
Je Prüfobjekt oder Prüfmerkmal können Bemerkungen hinterlegt werden. Außerdem kann über unitop DMS eine Dropbox aktiviert werden, über die Dokumente an die Prüfung angehangen werden können. Ebenso kann in der QS-Prüfung die Vorgangsrecherche aktiviert werden, dass auch die Prüfung in der Vorgangsrecherche mit einsehbar ist.
Hinweis
Im Fertigungsprozess wird kein Umlagerungsauftrag angelegt, da in diesem Fall die zu prüfende Ware bislang nicht fertig gemeldet wurde. Die Prüfung ist daher stattdessen mit dem Arbeitsgang aus der Fertigung verknüpft.
Prüfungsprozess mit Scanwert
Die eigentliche Bearbeitung von Prüfungen erfolgt für Produktion und Wareneingang gleich. Die einfachste Bearbeitung erfolgt über einen geführten Scanprozess. Gehen Sie dafür aus der Prüfung auf "Prüfungsprozess starten". Es öffnet sich eine Scanmaske für die gewählte Prüfung. Alternativ kann ein Anwender der Prüfabteilung auch die Scanmaske direkt als Hauptmaske offen haben und z. B. über einen zuvor gedruckten Prüfplan nach Beendigung einer vorherigen Prüfung direkt die nächste Prüfung aufrufen und die Bearbeitung starten. In einer Infobox werden umfassende Informationen zu dem Herkunftsbeleg, Artikel und Kreditor sowie bisherige Ergebnisse der Prüfung angezeigt.
Unter dem Scanfeld und der Scananweisung werden die Prüfobjekte (d. h. die zu prüfenden Artikel einzeln) sowie die Prüfmerkmale (aus dem eingerichteten Prüfplan) angezeigt.
In der Prüfung erhält der Anwender in der oberen Ansicht Felder für den Scanwert mit der dazugehörigen Anweisung. Der Anwender kann jetzt entweder je Objekt die Prüfung der unterschiedlichen Merkmale durchgehen oder je Merkmal die unterschiedlichen Objekte prüfen. Zum Wechsel dieser Bearbeitungsart aktivieren Sie die Schaltfläche "Prüfung nach Objekten/Merkmalen". Es ändert sich daraufhin entsprechend die Darstellung der Untermasken als auch die Reihenfolge der Scanbefehle.
Bei den einzelnen Merkmalen müssen Entscheidungswerte ("ja/nein") oder konkrete Messwerte eingetragen werden. Stimmen die Werte mit den Prüfvorgaben überein, wird eine grüne Markierung hinterlegt, weichen die Werte ab, wird eine rote Markierung hinterlegt. Sind alle Prüfmerkmale für ein Objekt abgefragt worden, wird der Anwender als Nächstes aufgefordert die Prüfentscheidung einzugeben. Dazu gehen Sie auf "Aus Liste auswählen" oder scannen den entsprechenden Code (siehe Einrichtung Prüfentscheidungscodes).
Sobald die Prüfobjekte geprüft sind, verschwinden Sie aus den Prüfzeilen. So sind immer nur die Prüfobjekte sichtbar, die zur Prüfung anstehen.
Nach Prüfung des letzten Objekts werden Sie nach Eingabe der Prüfentscheidung aufgefordert für die komplette Prüfung eine Prüfentscheidung einzugeben. Hierbei sind nur die Prüfentscheidungen möglich, die vorher bei der Prüfung aufgekommen sind (z. B. ist es nicht möglich eine Prüfung auf Akzeptiert zu setzen, wenn alle Prüfentscheidungen der Zeilen als Schrott gekennzeichnet wurden).
Hinweis
Die Prüfentscheidung für die gesamte Prüfung entscheidet, was mit der Menge des Artikels geschehen soll, die nicht als Stichproben ausgeschleust wurden.
Die erfassten Prüfergebnisse können über "Prüfungsergebnisse" sowohl von den Prüfobjekten als aus den Prüfmerkmalen aufgerufen werden.
Prüfung mit Seriennummern und Chargen
Ist ein Artikel mit Artikelverfolgung eingerichtet, müssen die Chargen/Seriennummern bei der Prüfung mit eingegeben werden. Beim Start der Prüfung wird der Anwender aufgefordert, die ausgewählte Charge und/oder Seriennummer einzugeben. Diese Nummern werden ebenfalls bei den Prüfobjekten gespeichert.
Weitere Funktionen im Prüfungsprozess
Wird etwas fehlerhaft eingegeben/eingescannt, erfolgt eine Fehlermeldung, die explizit über den Menüpunkt "Fehler gelesen" oder einen entsprechenden Scanbefehl bestätigt werden muss. Über "Fehler anzeigen" kann ein Fehler komplett angezeigt werden, wenn das Scananweisungsfeld nicht vollständig gelesen werden kann.
Über den Menüpunkt "Prozess zurücksetzen" kann die Bearbeitung einer aktuellen Prüfung abgebrochen werden; die Scanmaske ist dann im Anfangsstatus bereit zum Scannen eines weiteren Belegs. Die Prüfung kann jederzeit an der gleichen Stelle weitergeführt werden.
Über "Prüfentscheidung setzen" kann für ein Objekt eine Entscheidung gesetzt werden, auch wenn die einzelnen Prüfschritte ggf. noch nicht ausgeführt wurden. Dagegen kann mit "Prüfentscheidung zurücksetzen" die Entscheidung für ein Objekt wieder rückgängig gemacht werden. Diese Funktionen sind ebenfalls von der Hauptmaske der Prüfung aus den Prüfobjekten aufrufbar.
Über "Schnellerfassung" können Merkmale in einer separaten Maske für mehrere Artikelmengen gleichzeitig erfasst werden. Die Schnellerfassung gilt nur für Attributmerkmale. Ein Anwender gibt die geprüfte Anzahl Artikel, sowie das Ergebnis (ja/nein) ein. Diese Funktion ist ebenfalls von der Hauptmaske der Prüfung aus den Prüfmerkmalen aufrufbar.
Über "Prüfung abbrechen" kann eine Prüfung komplett abgebrochen werden. Die Prüfung kann danach nicht mehr bearbeitet werden, der Umlagerungsauftrag im Hintergrund bucht den Artikel auf das Hauptlager um.
Ausgehend von der Hauptmaske der Prüfung aus der Untermaske der Prüfobjekte kann über "Prüfobjekte aufteilen" ein Teil der Stichprobenmenge in eine neue Prüfung übertragen werden.
Sowohl für die Prüfung, als auch für Prüfergebnisse ist ein Druckbeleg möglich.
Prüfungsabschluss und Folgeprozesse
Nach vollständiger Durchführung der Prüfung aller Prüfobjekte und nachdem für die gesamte Prüfung ein Prüfergebnis eingegeben worden ist, muss das Ergebnis der Prüfung in den verknüpften Beleg übertragen und die Prüfung abgeschlossen werden. Im Falle der Wareneingangsprüfung heißt das, in den Umlagerungsauftrag, der im Hintergrund angelegt worden ist, im Falle der Fertigungsprüfung, in den Fertigungsauftrag.
Aus der Scanmaske heraus können diese Schritte über "Prüfentscheidung übertragen" und "Prüfung abschließen" aufgerufen werden. Die Funktion "Prüfung abschließen” beinhaltet den ersten Schritt, kann also auch direkt aufgerufen werden. Ist die Prüfung einmal im Status "Abgeschlossen" kann keine Änderung mehr vorgenommen werden. Beendete oder Abgebrochene Prüfungen können über eine separate Maske "Beendete Prüfungen" informativ aufgerufen werden.
Bei der Funktion "Prüfentscheidung übertragen" werden die Ergebnisse in die Untertabelle des zugehörigen Belegs (Umlagerungsauftrag / Fertigungsauftrag) eingetragen ("Zeile", "Prüfung", "Prüfentscheidung"). Hier werden Mengen des Artikels ggf. in separate Zeilen gesplittet, wenn unterschiedliche Entscheidungen in der Prüfung ausgewählt wurden. Gleichzeitig wird jetzt der Haken "Prüfung freigegeben" gesetzt.
Verarbeitung der Prüfentscheidungen im Wareneingang
Die eigentliche Umbuchung des Artikels auf den Ziellagerort kann entweder aus dieser Maske manuell aufgerufen werden. Dazu ist eine Funktion zur Buchung des gesamten Belegs und eine Funktion nur für die aktuelle Zeile verfügbar. Im Normalfall ist eine manuelle Buchung aber nicht notwendig. Über die Aufgabewarteschlange wird die Funktion "Prüfentscheidung stapelbuchen" in regelmäßigen Abständen aufgerufen, um diese beendeten Umlagerungsaufträge zu buchen. Die Funktion kann ebenfalls manuell aus dem Menü ausgeführt werden.
Buchungen auf andere Lagerorte, z. B. Schrottmenge auf einen Sperrlagerort werden im Hintergrund automatisch gebucht. Für den Wareneingang auf das Hauptlager wird gemäß der logistischen Einrichtung am Lagerort der Wareneingangsprozess erneut angestoßen. d. h. die Abbuchung aus dem QS-Lager erfolgt, für den Eingang im Hauptlager wird ein Wareneingang oder Lagereinlagerung erstellt. Wenn in der Qualitätseinrichtung (Feld "Automatische Wareneingangsbuchung") die automatische Buchung aktiviert ist, wird der erstellte Wareneingang direkt gebucht, sodass der nächste Prozess bei zweistufigem Prozess die Einlagerung ist. Ansonsten muss der Wareneingang in einem ersten Schritt auch noch gebucht werden.
Verarbeitung der Prüfentscheidungen in der Fertigung
Ist die Qualitätsprüfung in der Fertigung der letzte Arbeitsgang, ist der Folgeschritt aufgrund der Prüfentscheidung entweder eine Ist-Meldung der geprüften Menge oder eine Buchung als Ausschuss. Wurde als ein Prüfergebnis "Schrott" ausgewählt, wird diese Menge als Ausschuss gebucht, sodass diese Menge noch als Restmenge im Fertigungsauftrag verbleibt. Wurde als ein Prüfergebnis "Sperre" ausgewählt, wird die Menge auf den in der Einrichtung hinterlegten Lagerort umgebucht. Bei den Prüfergebnissen "Akzeptiert" und "Nacharbeit" wird die Menge als Ist-Meldung auf den richtigen Ziel Lagerort eingebucht.
Ebenso wie nach der Wareneingangsprüfung kann die Buchung automatisch über die Aufgabewarteschlange "Prüfentscheidung stapelbuchen" gestartet werden. Alternativ kann die Buchung aus den Prüfergebnissen heraus angestoßen werden.
Ist eine direkte Buchung der Ist-Mengen nach der Prüfung nicht gewünscht, kann ein separater Arbeitsgang nach der Prüfung im Arbeitsplan vorgesehen werden, z. B. für "Einlagerung", welcher bewusst über das "Produktions Buch.-Blatt" gebucht werden kann.
Nacharbeit in der Fertigung
Ist eine Nacharbeit im Fertigungsprozess nach einer Prüfung notwendig, kann die entsprechende Zeile im "Produktions Buch.-Blatt" mit dem Kennzeichen "Nacharbeit" gekennzeichnet werden. Dieser Wert wird zu Auswertungszwecken in die Kapazitätsposten übernommen.