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Kunden-UMA-Konto auffüllen und verwalten

Verkaufsvorgänge für Kunden können auf Basis "Vollgeschäft" oder auf Basis "Umarbeit" (UMA) abgewickelt werden. Weitere Informationen zur Auftragsabwicklung auf UMA-Basis finden Sie im Kapitel Abwicklung Verk.-Auftrag auf UMA-Basis.

Vollgeschäft: Bei einem Vollgeschäft erfolgt die Abwicklung der Verkaufsaufträge auf Standardbasis. Material- und Lohnkosten sind vollständig im Artikelpreis enthalten.

Umarbeit (UMA): Bei der Umarbeit werden dem Kunden nicht die vollen Materialkosten berechnet. Stattdessen werden ausschließlich Lohn- und Bearbeitungskosten vollständig angerechnet; der Materialpreis wird teilweise oder vollständig reduziert. Voraussetzung ist, dass der Kunde im Voraus eine ausreichende Schrottmenge bereitgestellt hat. Ihr Unternehmen verwaltet diese Menge im Warenwirtschaftssystem.

Ablauf

  1. Schrott bereitstellen: Als ersten Schritt stellt der Kunde Ihrem Unternehmen seinen Schrott zur Verfügung.

  2. Schrottmenge buchen: Ihr Unternehmen bucht die Schrottmenge über eine speziell dafür vorgesehene Artikelnummer auf den UMA-Lagerort des Kunden zu.

  3. Abbrand berücksichtigen: Die gebuchte Menge entspricht der gewogenen Schrottmenge (kg) abzüglich des Abbrands.

Hinweis

Beispiel: Stellt der Kunde 110 kg Schrott bereit, werden ihm bei einem Abbrandfaktor von 10 % netto 100 kg auf das UMA-Konto angerechnet.

Das folgende Diagramm zeigt den dreistufigen Ablauf der UMA-Abwicklung im Überblick. Ausgangspunkt ist die Schrottübergabe durch den Kunden; darauf folgt die Buchung auf den UMA-Lagerort und abschließend die Berechnung der Nettomenge unter Berücksichtigung des vereinbarten Abbrandfaktors.

flowchart LR
    A["**Schrott bereitstellen**<br/>Kunde übergibt Schrott<br/>an Ihr Unternehmen"]
    B["**Schrottmenge buchen**<br/>Buchung auf den<br/>UMA-Lagerort des Kunden"]
    C["**Abbrand berücksichtigen**<br/>Nettomenge = Schrottgewicht<br/>abzüglich Abbrand"]

    A --> B --> C

    style A fill:#fff,stroke:#0098a1,stroke-width:1px,color:#000000
    style B fill:#fff,stroke:#0098a1,stroke-width:1px,color:#000000
    style C fill:#fff,stroke:#0098a1,stroke-width:1px,color:#000000

Klicken Sie auf das Diagramm, um es zu vergrößern oder die Zoom-Funktion (Strg und +) zu nutzen.

Reklamationen für die UMA-Abwicklung

Verkaufsreklamationen werden sowohl für Warenrücklieferungen von Kunden als auch für die Abwicklung von UMA-Konten verwendet. UMA-Reklamationen kennzeichnen Sie über das Zusatzfeld "Auftragsherkunftscode" mit dem Kürzel "UMA".

Auffüllen des Kunden-UMA-Kontos

Steht Schrott zur Verbuchung auf das UMA-Konto bereit, meldet der Kunde dies an Ihr Unternehmen. Schrottmengen werden vom Kunden eigenverantwortlich überwacht; beim Erreichen einer bestimmten Menge organisiert er den Abtransport. Für den Transport ist entweder der Kunde selbst oder Ihr Unternehmen zuständig.

Mögliche Szenarien

  • Einlagerung: Schrott wird zu Ihrem Unternehmen transportiert, gewogen und physisch eingelagert.
  • Direkttransport: Schrott wird direkt zum Werk transportiert.

Einlagerung bei Ihrem Unternehmen: Die Buchung der UMA-Konten erfolgt auf Basis der tatsächlichen Schrottmengen, abzüglich des Abbrands unter Berücksichtigung des vereinbarten Abbrandfaktors.

Direkttransport zum Werk: Am Werk wird der Schrott gewogen und kontrolliert. Die Buchung auf das UMA-Konto erfolgt auf Basis der Eingangsmeldung des Werks.

Um das Kunden-UMA-Konto aufzufüllen, buchen Sie eine Verkaufsreklamation mit folgenden Angaben:

  • Artikelnummer: Wählen Sie die zur Legierung passende Schrottartikelnummer.
  • Lagerort: Geben Sie den UMA-Lagerort des jeweiligen Kunden an.
  • "Lief.-an Adresse": Erfassen Sie, wohin die Schrottmenge verbracht wird und von wo diese abgeholt werden soll.

Auf Basis der eingetragenen "Lief.-an Adresse" können Sie einen Abholschein für den Transport drucken. Die Adresse wird zudem an die gebuchte Rücklieferung übergeben, sodass der Verbleib der Schrottmenge jederzeit nachvollziehbar ist.

Tipp

Zur besseren Unterscheidung von UMA-Reklamationen und regulären Warenretouren können Sie UMA-Reklamationen in einem eigenen Nummernkreis anlegen. Im Standard können Sie hierfür mehrere Nummernkreise für Reklamationen definieren. Bei der Anlage wählen Sie den gewünschten Nummernkreis aus.

Reklamation erfassen

  1. Erfassen Sie eine Reklamation für den gewünschten Kunden, z. B. "D00020" "Meyer".

    Reklamation abwickeln

  2. Legen Sie eine Artikelposition mit der entsprechenden Artikelnummer an, z. B. "M-CW614N", und geben Sie im Feld "Tatsächl. Schrott (KG)" die gewogene Schrottmenge ein, z. B. 770.

    Reklamation abwickeln

Das System führt dabei automatisch folgende Prüfungen und Berechnungen durch:

  1. UMA-Basis prüfen: Das System prüft, ob für den Kunden in der Debitorenkarte ein "Lagerortcode Metallkonto" hinterlegt ist. Ist dies der Fall, wird der Lagerortcode in die Position übernommen.

  2. Abbrandzuordnung ermitteln: Liegt für den Debitor und den Artikel eine gültige "Abbrand Zuordnung" vor, übernimmt das System den "Abbrand %" aus der Tabelle "Zuordnung Abbrand" in die Position.

  3. Menge berechnen: Nach der Eingabe von "Tatsächl. Schrott (KG)" berechnet das System die Nettomenge (Schrottmenge abzüglich Abbrand) und übernimmt diese in die Position.

Hinweis

Sie können den "Abbrand %" in der Position manuell anpassen. Die Menge wird entsprechend automatisch neu berechnet.

Wareneingang

Erfolgt die Vereinnahmung über die Logistikbelege "Wareneingang" oder "Lagereinlagerung", wird der Abbrandfaktor ebenfalls in die Wareneingangszeile bzw. Lageraktivitätszeile übernommen. In der gebuchten Rücklieferung sind die Originalmenge und der "Abbrand %" ebenfalls ersichtlich. Nach der Buchung können Sie den Artikelbestand auf dem Lagerort über die Übersicht "Artikel nach Lagerort" nachvollziehen.

Gutschrift aus der UMA-Reklamation

Um sicherzustellen, dass die Gutschrift keine Entlastung des Debitorenforderungskontos bewirkt und alle Zugänge wertneutral erfolgen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie die betreffende UMA-Reklamation.

  2. Setzen Sie den Verkaufspreis in der Reklamationszeile auf null. Alternativ können Sie für jeden Schrottartikel einen 100 %-Rabatt in der Rabatttabelle definieren. Damit wird der Gutschriftswert ebenfalls automatisch auf null gesetzt.

  3. Legen Sie einen separaten Reklamationsgrund an, z. B. "UMA", und versehen Sie diesen mit der Option "ohne Lagerbewertung". Dadurch erfolgen alle Zugänge auf das UMA-Konto wertneutral.