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Einkauf mit verschiedenen Länderkonstellationen

Dieses Kapitel beschreibt den Einkaufsprozess der Innergemeinschaftlichen Lieferung. Grundlage sind die Einkaufseinträge der Länder-/MwSt.-Matrix. Sie werden über den Typ "Einkauf" von den Verkaufseinträgen getrennt und bestimmen anhand des Empfangslands aus dem Lagerort und des Herkunftslands aus dem Einkaufsbeleg die passenden Buchungsgruppen und die eigene USt.-IdNr.

Voraussetzung

Aktivieren Sie die Funktion für den Einkauf in der "Erweiterten Auftragsabwicklung Einrichtung" und pflegen Sie die Einkaufseinträge der Länder-/MwSt.-Matrix wie unter Grundeinrichtung für Verkauf und Einkauf beschrieben.


Einkaufsbeleg mit Länderkonstellation erfassen

Die Länderlogik steht für Einkaufsanfragen, Bestellungen, Rahmenbestellungen und Einkaufsrechnungen zur Verfügung. Die steuerliche Konstellation wird beim Anlegen der ersten Artikelzeile automatisch aus der Einkaufsmatrix ermittelt.

  1. Einkaufsbeleg öffnen: Öffnen Sie über die Suche den gewünschten Belegtyp und tragen Sie den Kreditor ein.

  2. Einkäuferland prüfen: Prüfen Sie das Feld "Einkäuferland" im Belegkopf.

  3. Artikelzeile anlegen: Legen Sie eine Artikelzeile an und wählen Sie den "Lagerortcode". Der Länder-/Regionscode des Lagerorts bestimmt das Empfangsland.

  4. Ermittelte Werte prüfen: Prüfen Sie in Belegkopf und Zeile die ermittelten Werte für Geschäfts- und MwSt.-Geschäftsbuchungsgruppe sowie die "Eigene USt.-IdNr."

Beim Erfassen der ersten Artikelzeile mit Lagerort wird der Lagerort in den Einkaufskopf übernommen. Die aus der Einkaufsmatrix ermittelten Werte werden im Kopf und in der Zeile gesetzt.


Ermittlungsreihenfolge der Einkaufskonstellation

Die Länder-/MwSt.-Matrix wird zunächst auf den Typ "Einkauf" und das Empfangsland aus dem Lagerort gefiltert. Anschließend werden die Herkunftsland-Art und die Angabe "Kreditor hat USt.-IdNr." aus dem Einkaufsbeleg ausgewertet:

  1. Konkretes Herkunftsland: Ein Eintrag für das konkrete Herkunftsland wird bevorzugt.

  2. Inland: Andernfalls wird geprüft, ob Empfangs- und Herkunftsland identisch sind. In diesem Fall gilt die Konstellation "Inland".

  3. Europäische Union: Ist das Herkunftsland ein EU-Land, gilt die Konstellation "Europäische Union".

  4. Ausland: Für alle übrigen Länder gilt die Konstellation "Ausland".

Ein passender Lieferbedingungscode in der Länder-/MwSt.-Matrix wird vorrangig berücksichtigt. Fehlt ein solcher Eintrag, wird die Konstellation ohne Lieferbedingungscode verwendet.

Hinweis

Wird kein passender Matrixeintrag gefunden, weist eine Benachrichtigung auf die fehlende Einrichtung hin und ermöglicht den Wechsel zur gefilterten Einkaufsansicht der Länder-/MwSt.-Matrix. Die vorhandenen Buchungsgruppen bleiben unverändert.


Strecken- und Dreiecksgeschäfte mit Direktlieferung

Für mit Verkauf und Einkauf verknüpfte Belege im Strecken- oder Dreiecksgeschäft ist keine gesonderte Logik vorgesehen. Wird die Business-Central-Standardfunktion "Direktlieferung" verwendet und die Innergemeinschaftliche Lieferung aktiviert, greift die beschriebene Länderlogik jeweils für den Verkaufs- und Einkaufsbeleg anhand der zugehörigen Matrix.

Der Lagerort kann die steuerliche Konstellation maßgeblich beeinflussen. Entscheidend ist der Länder-/Regionscode des Lagerorts, der in der jeweiligen Verkaufs- oder Einkaufskonstellation als Versand- oder Empfangsland berücksichtigt wird.

Konstellation Verkauf Einkauf bei Direktlieferung
Option 1 Verkauf an einen deutschen Kunden mit deutschem Lagerort: Inland Direktlieferung von einem Lieferanten in Belgien mit deutschem Lagerort: Europäische Union
Option 2 Verkauf an einen deutschen Kunden mit belgischem Lagerort: Europäische Union Direktlieferung von einem Lieferanten in Belgien mit belgischem Lagerort: Inland (Belgien)
Hinweis

Prüfen Sie Strecken- und Dreiecksgeschäfte in jedem Projekt anhand der konkreten Liefer- und Rechnungswege, der Lagerorte sowie der gewünschten steuerlichen Behandlung. Die beschriebene Logik ersetzt keine Prüfung der projektspezifischen steuerlichen Anforderungen.


Konsistenzregeln und Lagerortänderungen im Einkaufsbeleg

In einem Einkaufsbeleg dürfen mehrere Lagerorte verwendet werden, wenn sie demselben Land zugeordnet sind. Wird in einer weiteren Zeile ein Lagerort mit einem abweichenden Länder-/Regionscode ausgewählt, wird die Eingabe mit einer Fehlermeldung abgebrochen.

Soll der Lagerort auf ein anderes Land geändert werden, nehmen Sie die Änderung im Einkaufskopf vor. Die Werte aller Artikelzeilen werden anschließend anhand der neuen Einkaufskonstellation erneut ermittelt.

Auch Änderungen am Lagerort, am Herkunftsland des Kreditorenbelegs oder an der Lieferbedingung lösen eine vollständige Neuermittlung aus.

Informationen zur Weiterverarbeitung lesen Sie in Faktura mit Länderkonstellationen (Einkauf) und Reklamationen und Gutschriften (Einkauf).