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Statusverwaltung für Fertigungsaufträge

Die unitop Statusverwaltung ermöglicht es, Fertigungsaufträgen benutzerdefinierte Statuswerte zuzuordnen und deren Verlauf lückenlos zu protokollieren. Auf Basis der vorhandenen Statusvorlagen-Einrichtung wird jedem Fertigungsauftrag genau eine passende Statusvorlage zugewiesen. Der benutzerdefinierte Status kann unabhängig vom Business Central Standardstatus (Simuliert, Geplant, Fest geplant, Freigegeben) gepflegt werden. Der Standardstatus "Beendet" ist von der aktiven Statusverwaltung ausgenommen.


Abgrenzung: unitop Statusfelder und Business Central Standardstatus

Fertigungsaufträge in Business Central verfügen über einen systemeigenen Standardstatus, der den Produktionsfortschritt technisch abbildet. Dieser Standardstatus ist fest im System verankert und kann weder angepasst noch erweitert werden. Die unitop Statusverwaltung ergänzt diesen Standardstatus um ein frei konfigurierbares zweites Statusfeld, das unternehmensspezifische Anforderungen abbildet und vollständig unabhängig vom BC-Standardstatus gepflegt wird.

Statusfeld Herkunft Beschreibung
Standardstatus Business Central Systemeigener Produktionsstatus: Simuliert, Geplant, Fest geplant, Freigegeben, Beendet. Wird durch BC-Standardprozesse gesteuert und kann nicht angepasst werden.
Statusvorlage Code unitop Statusverwaltung Gibt an, welche Statusvorlage dem Fertigungsauftrag zugeordnet ist. Bestimmt, welche benutzerdefinierten Statuswerte auswählbar sind.
Status (benutzerdefiniert) unitop Statusverwaltung Frei konfigurierbarer Statuswert auf Basis der zugeordneten Statusvorlage. Unabhängig vom BC-Standardstatus und individuell pro Unternehmen konfigurierbar.
Hinweis

Beide Statusfelder existieren parallel und werden unabhängig voneinander gepflegt. Der benutzerdefinierte Status ist für alle BC-Standardstatus verfügbar – mit Ausnahme von "Beendet". Beendete Fertigungsaufträge sind vollständig schreibgeschützt.


Grundeinrichtung

Die Statusverwaltung für Fertigungsaufträge verwendet die allgemeine "Statusvorlage Einrichtung". Es wird keine gesonderte Einrichtung für Fertigungsaufträge benötigt.

Hinweis

Mehr zu dem Thema Statusvorlage erstellen und Statusvorlage Einrichtungen lesen Sie in der Grundeinrichtung des Statusmanagements.

Statusvorlage Einrichtung anlegen

Um die Statusverwaltung für Fertigungsaufträge zu aktivieren, legen Sie eine Einrichtungszeile in der "Statusvorlage Einrichtung" an. Die Einrichtungszeile verbindet die Statusvorlage mit der Tabelle "Production Order" und legt fest, welche Felder für Statusvorlagencode und benutzerdefinierten Status verwendet werden.

  1. Suche öffnen: Öffnen Sie über die Suche "Statusvorlage Einrichtung".

  2. Neue Zeile anlegen: Legen Sie eine neue Einrichtungszeile an, indem Sie in der Navigationsleiste "Neu" wählen.

  3. Beschreibung vergeben: Vergeben Sie eine Beschreibung und aktivieren Sie die Einrichtungszeile über den entsprechenden Schalter.

  4. Statusvorlage auswählen: Wählen Sie im Register "Statusvorlage" die gewünschte Statusvorlage aus.

  5. Datenquelle eintragen: Tragen Sie unter "Datenquelle" die Tabellennummer der Tabelle "Production Order" ein.

  6. Feldnr. Statusvorlage Code wählen: Wählen Sie im Feld "Feldnr. Statusvorlage Code" das Feld "Statusvorlagencode" aus. Dieses Feld ist im Fertigungsauftrag bereits vorhanden und speichert den Statusvorlagencode.

  7. Feldnr. Status Code wählen: Wählen Sie im Feld "Feldnr. Status Code" das Feld "Statuscode" aus. Auch dieses Feld ist im Fertigungsauftrag bereits vorhanden und speichert den benutzerdefinierten Statuswert.

  8. Tabellenfilter festlegen: Legen Sie bei Bedarf einen Tabellenfilter fest, um die Statusvorlage nur für bestimmte Fertigungsaufträge zu verwenden (z. B. nach Lagerort oder Artikelnummer).

Felder der Statusvorlage Einrichtung (Auszug)

Feld Beschreibung
Beschreibung Frei wählbare Bezeichnung der Einrichtungszeile.
Aktiv Aktiviert oder deaktiviert die Einrichtungszeile. Nur aktive Zeilen werden bei der Zuweisung ausgewertet.
Statusvorlage Code Gibt an, welche Statusvorlage für die gefilterten Fertigungsaufträge verwendet wird.
Tabellennr. Gibt die Tabelle an, auf die die Statusvorlage angewendet wird (hier: "Production Order").
Feldnr. Statusvorlage Code Gibt das Tabellenfeld an, das den Statusvorlagencode speichert.
Feldnr. Status Code Gibt das Tabellenfeld an, das den benutzerdefinierten Statuswert speichert.
Priorität Bestimmt die Auswertungsreihenfolge bei mehreren aktiven Einrichtungszeilen. Eine niedrigere Zahl bedeutet höhere Priorität.
Tabellenfilter Schränkt die Einrichtungszeile auf Fertigungsaufträge ein, die den definierten Filterkriterien entsprechen.
Hinweis

Mehrere aktive Einrichtungszeilen können über Priorität und Tabellenfilter kombiniert werden. Für jeden Fertigungsauftrag wird genau die erste passende Einrichtungszeile verwendet.

Initialstatus in der Statusvorlage

Innerhalb der Statusvorlage kann ein Initialstatus hinterlegt werden. Dieser wird automatisch gesetzt, wenn einem neuen Fertigungsauftrag die Statusvorlage zugeordnet wird.

Hinweis

Ein Initialstatus ist nicht zwingend erforderlich. Fehlt dieser, wird die Statusvorlage zugeordnet, der benutzerdefinierte Status bleibt jedoch leer. Beim Anlegen wird in diesem Fall kein Statusposten erzeugt.


Anwendungsszenarien

Die folgenden Abschnitte beschreiben typische Arbeitsabläufe beim Einsatz der Statusverwaltung in Fertigungsaufträgen. Die Szenarien zeigen, wie Statusvorlagen zugeordnet, benutzerdefinierte Status gepflegt und die Statushistorie eingesehen wird.

Neue Fertigungsaufträge anlegen

Beim Anlegen eines neuen Fertigungsauftrags prüft das System automatisch, ob eine passende Einrichtungszeile vorhanden ist.

  • Ist eine passende Einrichtungszeile vorhanden, wird die Statusvorlage zugeordnet. Falls die Statusvorlage einen Initialstatus enthält, wird dieser als benutzerdefinierter Status gesetzt.
  • Ist keine passende Einrichtungszeile vorhanden, wird der Fertigungsauftrag ohne Statusvorlage und ohne benutzerdefinierten Status angelegt. Die Statusauswahl steht dann nicht zur Verfügung.

Statusvorlage manuell zuordnen

Bestehende Fertigungsaufträge werden bei einer neu angelegten oder geänderten Einrichtung nicht automatisch aktualisiert. Die Zuordnung einer Statusvorlage erfolgt in diesen Fällen manuell.

  1. Fertigungsauftrag öffnen: Öffnen Sie den gewünschten Fertigungsauftrag über die Suche "Fertigungsaufträge".

  2. Statusvorlage auswählen: Wählen Sie im Feld "Statusvorlage Code" die gewünschte Statusvorlage aus.

  3. Initialstatus prüfen: Ist in der Statusvorlage ein Initialstatus hinterlegt, wird dieser als benutzerdefinierter Status gesetzt.

Hinweis

Die manuelle Zuordnung einer Statusvorlage nimmt den Fertigungsauftrag in die Statusverwaltung auf. Erst nach dieser Zuordnung steht die Statusauswahl für den betroffenen Fertigungsauftrag zur Verfügung.

Benutzerdefinierter Status ändern

Der benutzerdefinierte Status kann direkt auf der Fertigungsauftragskarte oder in der Listenansicht geändert werden. Die verfügbaren Statuswerte sind auf die Statusvorlage beschränkt, die dem Fertigungsauftrag zugeordnet ist.

  1. Fertigungsauftrag öffnen: Öffnen Sie den Fertigungsauftrag über die Suche "Fertigungsaufträge".

  2. Statuswert wählen: Wählen Sie im Feld "Status" (benutzerdefinierter Status) den gewünschten Statuswert aus dem Lookup der zugeordneten Statusvorlage.

  3. Protokollierung bestätigen: Jede wirksame Statusänderung wird automatisch in den Statusposten protokolliert.

Regeln für den Statuswechsel:

  • Die Auswahl ist auf die Statuswerte der zugeordneten Statusvorlage beschränkt.
  • Die Reihenfolge der Statusvorlagenzeilen wird bei manuellen Änderungen berücksichtigt.
  • Statuswerte mit der Kennzeichnung "Status nur durch System" können nicht manuell gewählt werden.
  • Beim Wechsel auf den Standardstatus "Freigegeben" wird der als "Status für Freigegeben" gekennzeichnete Statuswert der Statusvorlage automatisch gesetzt.
  • Bei einem Wechsel von "Freigegeben" zurück in einen früheren Standardstatus bleibt der aktuelle benutzerdefinierte Status erhalten und kann weiterhin nach den Regeln der Statusvorlage manuell geändert werden.
  • Beim Wechsel auf den Standardstatus "Beendet" wird – sofern in der Statusvorlage hinterlegt – der als "Status für Beendet" gekennzeichnete Statuswert automatisch gesetzt. Ist keiner hinterlegt, bleibt der zuletzt gültige Status erhalten.
  • Ist einem Statuswert der Statusvorlage eine Feldprüfung hinterlegt, wird diese beim Statuswechsel automatisch geprüft. Das Verhalten bei einer nicht bestandenen Prüfung richtet sich nach der Einstellung "Aktion fehlerhafte Feldprüfung" (siehe Statusvorlage erstellen).
Warnung

Statuswechsel bei beendeten Fertigungsaufträgen sind nicht möglich. Beide Felder ("Statusvorlage Code" und benutzerdefinierter Status) sind bei beendeten Fertigungsaufträgen schreibgeschützt. Weder manuelle Benutzeraktionen noch automatische Prozesse erzeugen bei beendeten Fertigungsaufträgen neue Statusposten.

Statusvorlage eines bestehenden Fertigungsauftrags ändern

Wenn die Anforderungen an den Produktionsprozess sich ändern, kann die zugeordnete Statusvorlage nachträglich gewechselt werden. Das System prüft dabei automatisch die Kompatibilität des aktuellen Statuswerts mit der neuen Statusvorlage.

  1. Fertigungsauftrag öffnen: Öffnen Sie den Fertigungsauftrag über die Suche "Fertigungsaufträge".

  2. Neue Statusvorlage wählen: Wählen Sie im Feld "Statusvorlage Code" die neue Statusvorlage aus.

  3. Kompatibilität prüfen lassen: Das System prüft, ob der aktuell gesetzte benutzerdefinierte Status in der neuen Statusvorlage vorhanden ist.

Verhalten bei der Änderung der Statusvorlage:

  • Ist der bisherige Status leer oder entspricht noch dem bisherigen Initialstatus, wird der Initialstatus der neuen Statusvorlage verwendet.
  • Ist der bisherige benutzerdefinierte Status in der neuen Statusvorlage nicht enthalten, wird die Änderung abgewiesen. Statusvorlage, Statuswert und Historie bleiben unverändert.
  • Die erneute Zuweisung derselben Statusvorlage und desselben Statuswerts löst keinen zusätzlichen Statusposten aus.

Fertigungsauftrag wiedereröffnen

Ein beendeter Fertigungsauftrag kann über die Business Central Standardfunktion "Wiedereröffnen" zurück in den Standardstatus "Freigegeben" versetzt werden.

  • Statusvorlage und benutzerdefinierter Status bleiben beim Wiedereröffnen unverändert erhalten.
  • Der Fertigungsauftrag ist nach dem Wiedereröffnen wieder wie jeder freigegebene Fertigungsauftrag manuell im Status änderbar.
  • Das Wiedereröffnen selbst löst keinen zusätzlichen Statusposten aus. Erst spätere wirksame Statusänderungen werden protokolliert.

Statushistorie einsehen

Die Statushistorie kann sowohl direkt aus der Fertigungsauftragskarte als auch aus jeder Listenansicht (Simuliert, Geplant, Fest geplant, Freigegeben, Beendet) gefiltert geöffnet werden. Alle Statusänderungen werden automatisch protokolliert und sind nachvollziehbar mit Benutzer, Zeitstempel und geändertem Statuswert gespeichert.

  1. Fertigungsauftrag öffnen oder markieren: Öffnen Sie den Fertigungsauftrag über die Suche "Fertigungsaufträge", oder markieren Sie ihn in einer der Listenansichten.

  2. Statusposten aufrufen: Wählen Sie im Menüband "Zugehörig" und dann "Statusposten".

  3. Gefilterte Ansicht prüfen: Es werden ausschließlich die Statusposten des aktuellen Fertigungsauftrags angezeigt.

Hinweis

Die zentrale Übersicht aller Statusposten bleibt weiterhin über die Suche "Statusposten" erreichbar.

Fertigungsauftrag kopieren

Beim Kopieren eines Fertigungsauftrags werden Standardstatus, Statusvorlage, benutzerdefinierter Status und Statusposten des Quell-Fertigungsauftrags übernommen.

Verhalten beim Kopieren:

  • Die kopierten Statusposten erhalten neue laufende Nummern, behalten aber Statuswert, Statusvorlage, Änderungsart, Benutzer, Erstellungszeitpunkt und Reihenfolge.
  • Die Referenz der kopierten Statusposten wird auf den neuen Fertigungsauftrag umgestellt.
  • Das Kopieren selbst erzeugt keinen zusätzlichen Statusposten. Erst spätere wirksame Änderungen am neuen Fertigungsauftrag werden protokolliert.
  • Ein kopierter freigegebener Fertigungsauftrag wird nicht erneut freigegeben. Es wird kein zusätzlicher Statusposten für die Freigabe erzeugt.
  • Ein kopierter beendeter Fertigungsauftrag bleibt beendet und ist sofort schreibgeschützt.
Hinweis

Beim Löschen eines Fertigungsauftrags werden dessen Statusposten entsprechend dem Standardverhalten gelöscht. Die unabhängig kopierte Historie eines anderen Fertigungsauftrags bleibt davon unberührt.


Technisches Hintergrundwissen

Dieser Abschnitt richtet sich an Administratoren und technisch versierte Anwender. Er beschreibt die Integration der Statusverwaltung in die Business Central Standardtabellen, die Protokollierungslogik sowie relevante Abhängigkeiten zu anderen Modulen.

Integration in Fertigungsaufträge

Die Statusverwaltung wird in die Tabelle "Production Order" sowie in die zugehörigen Karten- und Listenmasken integriert. Sie verwendet die vorhandene Statusvorlagen-Einrichtung und den vorhandenen Statuspostenmechanismus ohne eigene gesonderte Einrichtung für die Fertigungssteuerung.

Die Felder "Statusvorlage Code" und benutzerdefinierter "Status" sind sowohl auf der Karte als auch in allen Listenansichten der Fertigungsaufträge (Simuliert, Geplant, Fest geplant, Freigegeben, Beendet) sichtbar und können vor dem Standardstatus "Beendet" manuell geändert werden.

Gültige Standardstatus

Die Statusverwaltung gilt für alle Standardstatus von Fertigungsaufträgen. Manuelle Statusänderungen sind für alle Standardstatus mit einer Ausnahme möglich:

Standardstatus Statusverwaltung aktiv Manueller Statuswechsel
Simuliert Ja Ja
Geplant Ja Ja
Fest geplant Ja Ja
Freigegeben Ja Ja
Beendet Ja (nur automatische Zuweisung beim Wechsel) Nein – schreibgeschützt
Hinweis

Ist in der Statusvorlage ein "Status für Beendet" hinterlegt, wird dieser beim Wechsel auf den Standardstatus "Beendet" automatisch gesetzt – analog zum "Status für Freigegeben" bei der Freigabe. Ist kein "Status für Beendet" hinterlegt, bleibt der zuletzt gültige benutzerdefinierte Status erhalten. Nach Abschluss des Wechsels sind beide Felder schreibgeschützt.

Statusposten und Protokollierung

Jede wirksame Änderung von Statusvorlage oder benutzerdefiniertem Status wird automatisch in den Statusposten protokolliert. Ein Statusposten enthält folgende Informationen:

  • Statuswert vor und nach der Änderung
  • Statusvorlage
  • Art der Änderung
  • Benutzer
  • Zeitstempel der Änderung
  • Referenz auf den Fertigungsauftrag

Eine wirksame Änderung nur der Statusvorlage (ohne Änderung des Statuswerts) wird ebenfalls als Statusänderung protokolliert. Die erneute Zuweisung derselben Statusvorlage und desselben Statuswerts ist ein No-Op und erzeugt keinen Statusposten.

Berechtigungen

Statusvorlagen-Einrichtung und Statuspostenhistorie verwenden die bestehenden Berechtigungen der Statusverwaltung. Für die Bearbeitung des Fertigungsauftrags gelten die vorhandenen Berechtigungen für Fertigungsaufträge in Business Central.

Abhängigkeiten

Die unitop Statusverwaltung für Fertigungsaufträge setzt auf dem unitop Statusmanagement auf und erweitert den Business Central Standard ohne Eingriffe in die Standardtabellen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die relevanten Abhängigkeiten.

Modul / Funktion Abhängigkeit
unitop Statusmanagement Voraussetzung – stellt Statusvorlagen, Statusposten und Einrichtung bereit.
unitop Enhanced Manufacturing Handling Voraussetzung – stellt die Felder "Statusvorlagencode" und "Statuscode" im Fertigungsauftrag sowie die zugehörigen Kartenaktionen und die Statushistorien-Anzeige in allen Fertigungsauftragslisten bereit.
Microsoft Dynamics 365 Business Central (Standard) Standardtabelle "Production Order" und Standardseiten für Fertigungsaufträge.
Hinweis

Mehr zu dem Thema Statusmanagement Grundeinrichtung lesen Sie in der Dokumentation des unitop Statusmanagements.