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Wie erstelle ich Artikelvarianten mit dem Produktkonfigurator?
Mit dem unitop Produktkonfigurator können Sie neben neuen Artikeln auch Artikelvarianten zu einem bestehenden Artikel erzeugen. Produkte mit einem gemeinsamen Artikelstamm und unterschiedlichen Ausprägungen lassen sich so übersichtlich als Varianten verwalten. Ob der Konfigurator einen neuen Artikel oder eine Artikelvariante erzeugt, legen Sie auf Ebene der Produktvorlage fest. Die bestehende Artikelerstellung bleibt dabei unverändert verfügbar.
Die Variantenerstellung eignet sich insbesondere, wenn:
- die grundlegenden Stammdaten für mehrere Ausprägungen identisch sind,
- Produkte über Variantencodes unterschieden werden sollen,
- variantenspezifische Merkmale oder Abmessungen benötigt werden,
- für einzelne Varianten eigene Fertigungsstücklisten und Arbeitspläne gelten,
- Varianten aus Verkaufs-, Einkaufs- oder Kalkulationszeilen heraus konfiguriert werden sollen.
Wichtig
Voraussetzung: Die Einrichtung aus Grundeinrichtung und Produktvorlage einrichten muss abgeschlossen sein.
Was muss vor der Variantenerstellung eingerichtet sein?
Für die Verwendung der Variantenerstellung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Der unitop Produktkonfigurator ist eingerichtet.
- Eine Produktvorlage beziehungsweise Produktversion ist vorhanden.
- In der Produktvorlage ist die Erstellung von Artikelvarianten aktiviert.
- Der Artikel, zu dem die Varianten erstellt werden sollen, ist hinterlegt.
- Für die Ermittlung des Variantencodes ist eine Nummernserie oder eine entsprechende Logik im Logikeditor eingerichtet.
- Wenn Fertigungsstücklisten oder Arbeitspläne erzeugt werden sollen, muss ein Lagerort ermittelt werden können.
Produktvorlage für die Variantenerstellung einrichten
Die folgenden Abschnitte beschreiben, welche Einstellungen in der Produktvorlage vorgenommen werden müssen, damit der Produktkonfigurator Artikelvarianten erzeugt.
Neuen Artikel oder Artikelvariante erzeugen lassen
Produktvorlagenliste öffnen: Öffnen Sie über die Suche die "Produktvorlagenliste" und wählen Sie die gewünschte Vorlage aus.
Art der Produkterstellung festlegen: Legen Sie im Feld "Art der Produkterstellung" fest, welches Ergebnis der Produktkonfigurator erzeugt. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:
- Artikel: Der Produktkonfigurator erstellt einen neuen Artikel.
- Artikelvariante: Der Produktkonfigurator erstellt eine neue Variante zu einem vorhandenen Artikel.
Variantenartikel hinterlegen: Wenn Sie "Artikelvariante" gewählt haben, geben Sie im Feld "Variantenartikel" den zugehörigen Artikel an. Der in der Produktvorlage hinterlegte Vorlageartikel wird nicht automatisch als Variantenartikel verwendet.
Warnung
Der Vorlageartikel kann aus technischen Gründen nicht gleichzeitig als Variantenartikel verwendet werden. Das System verhindert diese Konstellation durch eine Prüfung.
Erstellungsart nachträglich ändern
Die Art der Produkterstellung kann geändert werden, solange noch kein konfiguriertes Produkt für die betreffende Produktvorlage vorhanden ist. Existiert bereits mindestens ein konfiguriertes Produkt, kann die Produktvorlage nicht mehr von „Artikel" auf „Artikelvariante" oder umgekehrt umgestellt werden. Dadurch wird vermieden, dass bestehende Produktzuordnungen, Artikelnummern oder Variantencodes nachträglich uneindeutig werden.
Variantencode automatisch oder manuell vergeben
Der Variantencode kann auf unterschiedliche Weise festgelegt werden:
- über eine eingerichtete Nummernserie,
- über einen festen Wert,
- über einen Parameter des Produktkonfigurators,
- über eine im Logikeditor hinterlegte Berechnung.
Damit können sowohl sprechende Variantencodes als auch automatisch fortlaufende Codes verwendet werden.
Felder der Artikelvariante mit Werten vorbelegen
Über den Aufruf „Produkt Tabellenfelder" können Felder der Tabelle für Artikelvarianten ausgewählt werden. Die ausgewählten Felder werden bei der Erstellung der Variante mit den eingerichteten Werten gefüllt. Ein Feldwert kann dabei fest vorgegeben, aus einem Parameter übernommen oder mit einer Funktion des Logikeditors berechnet werden.
Felder, die sowohl am Artikel als auch an der Artikelvariante vorhanden sind, werden grundsätzlich vom Variantenartikel übernommen. Dazu können beispielsweise die Beschreibung, das Artikelprofil oder kalkulationsbezogene Angaben gehören. Ein im Produktkonfigurator ausdrücklich definierter Wert hat Vorrang vor dem Wert des Artikels. Für Abmessungsfelder wird die vorhandene Logik für fixierte Größen verwendet. Eine am Vorlageartikel hinterlegte Artikelvorlage beeinflusst die Erstellung der Artikelvariante nicht.
Datenbankwerte per Logikeditor in die Konfiguration einlesen
Mit der Parameterfunktion GETFIELDVALUEOFTABLE können Werte aus einer beliebigen Tabelle gelesen und innerhalb der Konfiguration verwendet werden. Für den Aufruf werden angegeben:
- die Tabellennummer,
- die Feldnummer des gewünschten Rückgabewerts,
- bis zu fünf Werte zur Identifikation des Datensatzes.
Neben Parameterwerten können auch feste Übergabewerte verwendet werden. Hierfür wird der Übergabeparameter als Rückgabewert definiert und der feste Wert im Feld „Zugewiesener Code" eingetragen.
Hinweis
Damit eine Berechnung ausgeführt wird, muss mindestens ein übergebener Wert von einem Parameter abhängen. Bestehen alle Übergabewerte ausschließlich aus festen Werten, befindet sich kein Auslöser im Abhängigkeitsbaum und die Funktion wird nicht automatisch berechnet.
Welche Stammdaten werden beim Erzeugen einer Variante angelegt?
Abhängig von der Einrichtung der Produktvorlage werden beim Erzeugen einer Artikelvariante zusätzliche Stammdaten angelegt. Die folgenden Abschnitte erläutern, welche Daten in welcher Konstellation erstellt werden.
Merkmalsausprägungen automatisch zuordnen
Sind Parameter des Produktkonfigurators mit Merkmalen verknüpft, werden diese Merkmale der neu erstellten Artikelvariante zugeordnet. Das Merkmal muss für die Verwendung mit Artikelvarianten vorgesehen sein. Bei korrekt zugeordneten Merkmalen werden die Merkmalswerte zusammen mit der Variante erzeugt.
Lagerhaltungsdaten für Artikelvarianten erstellen lassen
Für die Erstellung von Varianten über den Produktkonfigurator können Sie einrichten, ob Lagerhaltungsdaten erstellt werden sollen. Werden für die Variante Fertigungsstücklisten und/oder Arbeitspläne erzeugt, ist die Erstellung von Lagerhaltungsdaten obligatorisch, da Fertigungsstückliste und Arbeitsplan von Varianten in den Lagerhaltungsdaten gespeichert werden.
Lagerhaltungsdaten werden für alle Lagerorte erstellt, für die gemäß Lagerortkarte die Erstellung von Lagerhaltungsdaten zulässig ist (Feld „SKU Erstellungsrichtlinie").
Hinweis
In mehrstufigen Konfigurationen kann eine Stufe lediglich eine Variante erzeugen, ohne dass zusätzlich Lagerhaltungsdaten, eine Stückliste oder ein Arbeitsplan angelegt werden. Dies ist möglich, wenn für die betreffende Produktvorlage die Erstellung von Lagerhaltungsdaten nicht aktiviert ist.
Variantenspezifische Fertigungsstückliste und Arbeitsplan erzeugen
Für eine Artikelvariante können variantenspezifische Fertigungsstücklisten und Arbeitspläne erzeugt werden. Die Zuordnung erfolgt über die Lagerhaltungsdaten für die Kombination aus:
- Artikel,
- Variantencode,
- Lagerort.
Die Erstellung von Lagerhaltungsdaten ist in diesem Fall obligatorisch.
Die Nummernvergabe für Fertigungsstückliste und Arbeitsplan richtet sich nach dem Feld „Arbeitsplan- und Fert.-Stücklistennr." in der „Produktion Einrichtung". Abhängig von der Einrichtung werden die Nummern aus der Artikelnummer mit einer laufenden Nummer oder aus einer Nummernserie gebildet.
Hinweis
Die Produktionsstaffel wird bei der Erstellung nicht automatisch gefüllt, da zu diesem Zeitpunkt normalerweise noch keine konkrete Menge bekannt ist.
Einschränkung: Keine Montagestücklisten für Artikelvarianten
Artikelvarianten unterstützen keine eigene Montagestückliste. Wenn die Variantenerstellung für eine Produktvorlage aktiviert ist, steht der Aufruf „Vorlage Montagestückliste" nicht zur Verfügung.
Artikelvariante direkt aus Verkaufs-, Einkaufs- oder Kalkulationszeilen konfigurieren
Der Produktkonfigurator kann aus unterschiedlichen Geschäftsprozessen aufgerufen werden, insbesondere aus:
- Verkaufszeilen,
- Einkaufszeilen,
- Kalkulationszeilen.
Nach Abschluss der Konfiguration trägt das System sowohl die Artikelnummer als auch den ermittelten Variantencode in die aufrufende Zeile ein. Auch bei einer manuellen Auswahl eines bereits konfigurierten Produkts wird die zugehörige Artikelvariante ermittelt und in die Zeile übernommen.
Artikel- und Variantenerstellung in mehrstufigen Konfigurationen kombinieren
Innerhalb einer mehrstufigen Produktkonfiguration können Artikel- und Variantenerstellung kombiniert werden. Beispielsweise kann die erste Stufe eine Artikelvariante, die zweite Stufe einen neuen Artikel und die dritte Stufe erneut eine Artikelvariante erzeugen. Für jede Stufe werden die zugehörigen Produktdaten separat erstellt. Abhängig von der Einrichtung können dazu Merkmale, Lagerhaltungsdaten, Fertigungsstücklisten, Arbeitspläne und Texte gehören.
Mehr zur mehrstufigen Konfiguration lesen Sie unter Mehrstufige Konfiguration.
Bereits konfigurierte Artikelvariante nachträglich bearbeiten
Über die Funktion „Konfiguration ändern" kann eine bereits konfigurierte Artikelvariante erneut bearbeitet werden. Werden dabei Fertigungsstückliste oder Arbeitsplan verändert, legt das System neue Versionen der betreffenden Stammdaten an.
Zugehörige Artikel- und Variantenkarte aufrufen
Auf der Karte des konfigurierten Produkts kann über den Bereich „Zugehörig" zur Artikelkarte beziehungsweise zur Artikelvariantenkarte gewechselt werden. Abhängig vom konfigurierten Ergebnis stehen Verknüpfungen zu folgenden Informationen zur Verfügung:
- Fertigungsstückliste,
- Stücklistenverwendung,
- Arbeitsplan,
- Artikel- beziehungsweise Artikelvariantenkarte.
Bei einem konfigurierten Variantenprodukt führt der entsprechende Aufruf zur zugehörigen Artikelvariante.
Produktvorlagen mit Variantenerstellung exportieren und importieren
Die Einrichtung der Variantenerstellung einschließlich der Feldzuweisungen kann über die XML-Funktionen des Produktkonfigurators exportiert und importiert werden. Beim Import älterer Produktvorlagen, die noch keine Einstellungen zur Variantenerstellung enthalten, wird weiterhin die Artikelerstellung verwendet. Der Import bleibt damit zu älteren Konfigurationen kompatibel.
Mehr zur Import- und Exportfunktion lesen Sie unter Konfiguration exportieren und importieren.
Wichtige Einschränkungen im Überblick
Die folgenden Punkte fassen wichtige Einschränkungen und Besonderheiten der Variantenerstellung zusammen.
- Die bisherige Erstellung neuer Artikel bleibt unverändert nutzbar.
- Die Umstellung der Erstellungsart ist nur möglich, solange noch keine konfigurierten Produkte zur Produktvorlage vorhanden sind.
- Vorlageartikel und Variantenartikel müssen voneinander getrennt sein.
- Variantenspezifische Stücklisten und Arbeitspläne setzen Lagerhaltungsdaten für die Kombination aus Artikel, Variante und Lagerort voraus.
- Für Artikelvarianten können keine Montagestücklisten hinterlegt werden.
- Die Reihenfolge der Parameter und ihre Abhängigkeiten sind besonders bei mehrstufigen Konfigurationen zu berücksichtigen.